BPD Wien Wachzimmer 22, Bericht vom 3.3.1998 von BI Fischer, BI Reitmaier

Aus Justizskandal Kampusch
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Ich bin gestern am 02.03.1998 kurz nach 07.00 Uhr von zuhause weggegangen um zur Straßenbahnlinie 25 zu gehen um zur Schule zu fahren.

Ich war in der Mitte der „Hundewiese", auf dem Rennbahnweg als ich ein Mädchen sah, dass in gleicher Höhe ging wie ich, jedoch auf der anderen Gehsteigseite. Das Mädchen, das ich vorher noch nie gesehen hatte, dürfte ca. 10 Jahre alt gewesen sein.

Sehen konnte ich, dass auf der Seite des Mädchens ein großes hohes Auto, weiß lackiert, sah wie neu aus, mit schwarzen Scheiben, Kennzeichen unbekannt, geparkt war.

Auf der Fahrerseite saß ein Mann, den ich nicht sehen konnte, weil sein Gesicht nach links gedreht war. Ich befand mich zu diesem Zeitpunkt auf gleicher Höhe auf der anderen Straßenseite. Als sich das mit unbekannte Mädchen in Höhe dieses Autos, bei der Beifahrertür befand, ging plötzlich die Schiebetür des Autos auf.

Sehen konnte ich nur, dass das Mädchen von rückwärts an beiden Oberarmen gepackt und in das Auto gezerrt wurde. Hören konnte ich, dass das Mädchen 1x ganz laut um Hilfe rief. Sehen konnte ich, dass das Mädchen nun im Auto war und die Schiebetür geschlossen wurde. Das Auto wackelte mit dem „Hinterteil". Dann startete das Auto und fuhr mit sehr viel Gas und ganz schnell aus der Parklücke und fuhr in zum Kreisverkehr und anschließend in eine Seitengasse hinter der Hundewiese und weiter. Die Namen der Gassen weiß ich namentlich nicht, kann sie jedoch zeigen.

Als das Mädchen ins Auto gezerrt wurde, dachte ich mir nichts Böses dabei. Ich vermutete, dass der Mann der Vater oder der Onkel des Mädchens war.

Ich ging meinen Weg weiter und fuhr das Auto einige Minuten später an mir vorbei in Richtung Schwimmbad.

Nähere Hinweise zu dem Auto und den beiden Männern kann ich nicht geben, da ich sie nur sehr schwer sehen konnte.

In der Schule erzählte ich meine Beobachtung den Freundinnen, die mir aber nicht glaubten. Daher sagte ich es meiner Klassenlehrerin Frau R. Margit. Sie glaubte auch, dass es der Vater des Mädchens war.

Als ich gegen 18.00 Uhr nach Hause kam, erzählte ich auch meiner Mutter was ich am Morgen beobachtet habe.

Am heutigen Tag kam wurde ich von meiner Mutter um 17.05 Uhr von der Schule abgeholt. Sie hat gesagt, dass die Polizei ein Mädchen sucht und auch Suchplakate ausgeteilt wurden. Ich sah mir mit der Mama ein Bild des Mädchens an, das auf einem Baum befestigt war.

In diesem plakatierten Mädchen erkannte ich absoluter Sicherheit das wieder, das am gestrigen Tag in der Früh in das Auto gezerrt wurde und um Hilfe schrie. Dann sind wir sofort hierher zur Polizei gekommen.

Erinnerlich ist mir, dass der Mann, der das Mädchen ins Auto zerrte, ca. 30 Jahre alt war, ca. 175cm groß, schwarzes kurzes Haar, nach rückwärts frisiert mit einzelnen blonden Strähnen, südlicher Typ, bekleidet mit buntem T-Shirt und darüber einem einfärbigen hellen Hemd.

Den Fahrer konnte ich aufgrund der dunklen Scheibenfärbung nicht richtig sehen. Ich nahm nur wahr, dass sich eine männliche Person auf dem Fahrersitz befand. Ich würde den oben beschriebenen Mann, der das Mädchen ins Auto zerrte, bei einer Gegenüberstellung mit Sicherheit wiedererkennen. Auf einem Foto eher nicht. Das Auto hatte chromfarbene Bügel an beiden Seiten des Daches von vorne nach hinten. Das Auto hatte auch hinten eine große getönte Scheibe und hatte die Form eines schwarzen „Buckel". Wenn ich diese Auto sehe, würde ich es wiedererkennen.

Mir wird noch einmal das Foto des verschwundenen Mädchens (KAMPUSCH Natascha) gezeigt, und ich bin mir sicher, dass es sich um das Mädchen handelt. Die Minderjährige machte einen glaubwürdigen Eindruck. Sie wurde aufmerksam gemacht, keinen Sachverhalt zu erfinden oder ungenau wiederzugeben. Sie blieb jedoch bei den von ihr gemachten Angaben.

A. Ischtar wurde in Abwesenheit ihrer KM befragt, da dies selbst einvernommen wurde.