Fernschreiben der BPD Wien, SB 18.3.1998

Aus Justizskandal Kampusch
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Betr.:

bedenkliche Abgängigkeit

der 10 –jährigen Kampusch Natascha

Hinweis auf Entführung mit weißem Kleinbus


Seit der Früh des 2.3.1998 ist die 10-jährige Schülerin Kampusch Natascha unter bedenklichen Umständen verschwunden. Sie verließ am 2.3.1998 gegen 7.02 Uhr ihre Wohnung am Rennbahnweg Nr. 27/38/7/18 und ging zu Fuß in Richtung ihrer Schule am Brioschiweg 1. Kurz nach 7.00 Uhr wurde sie am Rennbahnweg/Kreisverkehr Panethgasse von einer ehemaligen Mitschülerin noch gesehen. Es langten zahlreiche Hinweise ein, wonach Natascha noch zu späteren Zeitpunkten an versch. Örtlichkeiten gesehen worden sein soll, jedoch konnten diese Hinweise nicht eindeutig identifiziert werden.

Unter anderem gab eine Schülerin aus Wien (Nationale wird geheim gehalten) folgenden Hinweis an die Polizei:

Demnach will sie am 2.3.1998 etwa gegen 07.15 Uhr folgendes beobachtet haben:

Am Rennbahnweg, kurz vor dem Kreisverkehr Melangasse, in der Höhe der dortigen Hundewies, stand am rechten Fahrbahnrand in Richtung Kreisverkehr gesehen, ein weißer Kleinbus. Als ein Mädchen an diesem Bus vorbeigehen wollte, stieg auf der Beifahrerseite ein Mann aus, packte das Mädchen und zerrte es in den Bus. Das Mädchen schrie einmal. Anschließend fuhr der von einem 2. Mann gelenkte Bus zum Kreisverkehr und von dort in eine Seitengasse weg.

Da dieser angeblich beobachtete Vorfall sich entlang des gedachten Schulwegs der Natascha abgespielt haben soll, wurden umfangreiche Erhebungen eingeleitet. Es konnten bis jetzt trotz Befragung zahlreicher Fußgänger und Autofahre kein einziger weiterer Zeuge eruiert werden, der zu diesem Zeitpunkt einen weißen Kleinbus dort stehen gesehen, oder einen bedenklichen Vorfall dort beobachtet hat. Dazu ist anzuführen, dass normalerweise zu dieser Zeit dort reger fußgänger- und Fahrzeugverkehr herrscht.

Weiters ist dazu anzuführen, dass die vom Mädchen abgegebene Personen- und Kleiderbeschreibung in einigen Punkten nicht mit der von Natascha übereinstimmt.

Die Umfelderhebungen um dieses Mädchen ergaben, dass es oft zu Übertreibungen neigt. Dennoch wird der Hinweis ernst genommen.

In den folgenden Tagen wurde unter Mitwirkung des Mädchens versucht, die Fahrzeugtype einzuengen. Insbesondere wurden mit dem Mädchen etliche Fahrzeughändler aufgesucht, Prospekte durchgesehen und ihm verschiedenste Autos vorgezeigt. Bei dieser Erhebung ist es allerdings nicht gelungen, eindeutig die Fahrzeugmarke festzulegen. Das Mädchen meinte dazu, dass eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Ford Transit gegeben sei. Auch die Überprüfung von Lenkern solcher Fahrzeuge, die um diese Zeit am Rennbahnweg fahren, wie z.B. Behindertentransporte und ähnliches, verlief bisher negativ.

Trotz bestimmter Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten ein Zusammenhang zwischen der angeblichen Wahrnehmung dieses Mädchens und dem Verschwinden der Kampusch Natascha nicht ausgeschlossen werden kann, und da die bisherigen Überprüfungen solcher Fahrzeuge durch KrB des SB negativ verliefen, wird die Beschreibung des Fahrzeuges und der Täter zwecks Fahndung ausgesendet:


Beschreibung dieses Autos:

Weißer Kleinbus, ähnlich einem Ford Transit, eher neuwertig, hohes Dach, dunkle hintere Seitenscheiben, dunkles einzelnes gewölbtes Heckfenster, Heckklappe, kurze schwarze Antenne auf Fahrerseite. Ob in- oder ausländisches Kennzeichen, ist unbekannt


Personenbeschreibung:

1. Fahrzeuglenker: männlich, näheres unbekannt

2. Beifahrer, welcher das Mädchen ins Auto zerrte: männlich, ca. 20-40 Jahre alt, ca. 175 cm groß, schwarzes kurzes Haar, ev. mit blonden Strähnen, näheres unbekannt. Um Mitfahndung nach dem genannten Kleinbus wird ersucht. Weiters wird um Bekanntgabe ähnlicher Vorfälle anher ersucht.

Hinweise erbeten an das Sicherheitsbüro, Gruppe Fleischhacker.