Gefangenschaft

Aus Justizskandal Kampusch
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Gefangenschaft[Bearbeiten]

Zeitphasen[Bearbeiten]

Phasen - Gegenüberstellung

Phase 1 - März 1998 bis November 1998

Phase 2 - November 1998 bis Herbst 2003

Phase 3 - Herbst 2003 bis 2006

Sichtweisen:[Bearbeiten]

Aus der Sicht von Natascha Kampusch[Bearbeiten]

Aus der Sicht der Nachbarn[Bearbeiten]

Aus der Sicht von Brigitta Sirny[Bearbeiten]

Aus der Sicht von Ludwig Koch[Bearbeiten]

Dokumentation Behörden[Bearbeiten]

3. März 1998 kam die 12jährige Schülerin Ischtar A in Begleitung ihrer Mutter zur Polizei und gab an, dass sie am 2. März 1998 auf dem Schulweg gesehen habe, wie ein ihr vom Sehen bekanntes ca. 10jähriges Mädchen von einem Mann in ein „großes hohes Auto“, weiß lackiert, mit schwarzen Scheiben und einem „Buckel“, gezerrt worden sei, ein zweiter Mann sei am Fahrersitz gesessen.

Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt 1520 Zulassungsbesitzer von Fahrzeugen, die aufgrund der Beschreibung der Zeugin A in Frage kamen, sowie 650 weitere Personen überprüft. Den weitaus überwiegenden Teil dieser (vor allem in der Anfangsphase aktuellen) Überprüfungen nahm die Gruppe Fleischhacker , die aus sechs Personen bestand, mit Unterstützung von Kriminalbeamten anderer Gruppen des SB vor. Überprüft wurden folgende Fahrzeugtypen: Ford, Peugeot, Citroen, Iveco, Fiat. Kein Mercedes! Sowohl die Zeugin Ishtar A als auch das Ehepaar H. gaben einmal an, dass das Fahrzeug auch einem Mercedes ähneln könnte.

4. April 1998 teilten Beamte des Gendarmerieposten Deutsch Wagram dem SB mit, dass auf Höhe des Hauses , ein Kastenwagen mit dem Kennzeichen abgestellt sei und dass es sich beim Zulassungsbesitzer um Wolfgang Priklopil handle.

6. April 1998 fuhren zwei Beamte des SB (allerdings nicht aus der Gruppe Fleischhacker) zum genannten Haus in Strasshof. Sie trafen Wolfgang PRIKLOPIL dort an, der ihnen zu verstehen gab, dass er eine Überprüfung bereits erwartet habe. Zu seinem Alibi befragt gab er an, am Tattag allein zu Hause gewesen zu sein, wobei dies jedoch niemand bezeugen könne. Er zeigte den Beamten sein Fahrzeug, einen Mercedes 100D L, und gab an, diesen insbesondere zum Transportieren von Bauschutt zu verwenden. Die Beamten fertigten Polaroidbilder des Fahrzeuges an. Die Überprüfung wurde in einem Bericht festgehalten.

14. April 1998 um 14:45 Uhr nahm BezInsp. F vom SB ein Telefonat des RevInsp. Christian P , Diensthundeführer der Bundespolizeidirektion Wien, entgegen. Den Gesprächsinhalt hielt BezInsp. F in einem Bericht fest, nämlich, dass RevInsp. P ihm mitgeteilt habe, es gebe in Straßhof einen „Eigenbrötler“, der einen weißen Kastenwagen Mercedes mit abgedunkelten Scheiben besitze und Kontaktprobleme habe. Sein Haus sei elektronisch voll gesichert, und er habe eventuell Waffen zu Hause. Auch solle der Mann sexuell „einen Hang zu Kindern“ haben. Der Name des Mannes sei RevInsp. P nicht bekannt, er kenne ihn nur aus der Nachbarschaft. RevInsp. P gab eine Personsbeschreibung des Mannes an und ersuchte um Geheimhaltung seiner eigenen Identität.

15:35 Uhr rief BezInsp. F am Gendarmerieposten Deutsch Wagram an und ersuchte um Überprüfung der Daten der an der Anschrift Heinestraße 60, gemeldeten bzw. aufhältigen Personen.

16:59 Uhr teilte ein Beamter des Gendarmeriepostens Deutsch Wagram Bez-Insp. F das Ergebnis per Fax mit: Waltraud Priklopil (Mutter) sei polizeilich gemeldet, Wolfgang Priklopil bloß aufhältig. Weiters wurde berichtet, dass bereits am 6. April 1998 über Ersuchen des ChefInsp. F an dieser Adresse nach dem Kastenwagen Nachschau gehalten worden sei. Das Überprüfungsergebnis sei ChefInsp. F übermittelt worden. Die Ergebnismitteilung des Gendarmeriepostens Deutsch-Wagram wurde in der Folge – offensichtlich ohne weitere Ermittlungen – mit dem Ersthinweis vom 4. April 1998 zusammengeführt und in einem Ordner abgelegt. Weitere Ermittlungsschritte wurden nicht gesetzt.