LPK Burgenland, LKA: 2. Niederschrift mit Natascha Kampusch, 30.8.2006

Aus Justizskandal Kampusch
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Auszug aus HP Peter Pilz http://www.peterpilz.at/nav/101/die-affaere.htm

„Hinsichtlich Fragen aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich möchte ich mein Aussageverweigerungsrecht gemäß § 153 StPO ausüben und möchte diese nicht beantworten. Meine diesbezüglichen Aussagen zu diesem Thema halte ich nicht mehr aufrecht."

Die Beamten der SOKO stellen eine Reihe einzelner Fragen:

• nach dem Grundstück und Ausbauten • nach aufgefundenen Wasserflaschen • nach der Bekleidung • ein weiteres Mal nach Details der Flucht • und nach zwei Bekannten von Priklopil.

Frage: Es sind in Ihrem Raum Wasserflaschen gefunden worden, die mit einem X gekennzeichnet sind.

Antwort: Bei diesen Flaschen verhält es sich so. Die Flaschen wurden einmal ausgetrunken, das Etikett abgelöst und mit ´Wiener´ Leitungswasser gefüllt. Nachdem dieses Wasser ausgetrunken worden war, wurde ein „X" auf die Flasche gezeichnet, damit sie nicht wieder verwendet wurde. Wolfgang hat diese Flaschen hin und wieder verwendet, um Spinnen zu fangen, damit sie keine Spinnweben erzeugen.

Dann wenden sich die Beamten der Bekleidung zu.

Frage: Befand sich Bekleidung und Schuhe nur in Ihrem Raum oder am anderen Teil des Hauses?

Antwort: Oben im Abstellraum des Arbeitszimmers befindet sich eine dunkelbraune Reisetasche und ein hellbrauner lederner Koffer mit Bekleidung von mir. Auch das Barbiehaus gehört mir. Dort befanden sich auch schwarze Halbschuhe und schwarze Stiefel mit Pelzbesatz, alle Größe 37. Es sind auch rote Hausschuhe und andere Schuhe von mir im Haus vorhanden und können sich auch im Schuhraum des Vorraum befinden.

Weder Priklopils Freund Ernst H. noch Priklopils Mutter werden später gefragt, wie sie all diese Hinweise auf die Anwesenheit einer jungen Frau im Haus übersehen konnten.

Nach einer Pause wenden sich die Beamten der Flucht zu.

Frage: Wie war der genaue Hergang der Flucht?

Antwort: Er hat diese Hollergasse vermieten wollen. Er hat deshalb viele Anrufe bekommen. Dies war so gegen die Mittagszeit. Wir waren im Garten und ich sollte den weißen Bus aussaugen, was ich auch tat. Dieser Bus war hinter dem Gartenhaus in der Sackgasse eingeparkt. Ich war mit dem Staubsaugen im Bus fertig und habe den Staubsauger, nachdem ich das Kabel aufgerollt hatte, wieder in das Gartenhaus gestellt. Ich sollte noch die Teppiche des Autos ausklopfen und ich habe damit begonnen. Während er telefonierte, drehte er sich immer von mir weg und ging hinter das Gartenhaus. Als ich am Bus arbeitete, was das Gartentor geöffnet. Als dann ein Anruf vom ´Ernstl´ kam, ging er während des Telefonats weiter von mir weg bis zum Schwimmbecken. Diese Gelegenheit habe ich dann benutzt und bin einfach losgelaufen, durch die Sackgasse hinauf und irgendwo in eine andere Sackgasse hinein, in der sich Schrebergärten befinden. Ich sprang über einen Zaun oder mehrere und landete schließlich in einem Garten. Dort sah ich eine Frau in der Küche und bat sie, die Polizei zu verständigen.

Die Beamten fragen nicht nach „dieser Hollergasse". Sie wechseln ein weiteres Mal das Thema.

Frage: Kennen Sie folgende Namen: Ferdinand S. und David D.?

Antwort: Ferdinand S. kenne ich nicht, der Namen sagt mir nichts. Der Name David D. ist mir von den Commodore-Spielen her bekannt. Meinem Empfinden nach kennt er diesen Mann von früher. Vielleicht haben sie untereinander Spiele ausgetauscht.