Marcel F

Aus Justizskandal Kampusch
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Am 3.3.1998 meldet sich eine Dame vom Jugendamt für den 22. Bezirk bei der Polizei und gibt an, dass der Name Natascha Kampusch im Akt eines Jungen (Marcel F. 10 Jahre) aus Nataschas Klasse genannt wurde.

Marcel gab damals im Beisein seiner Mutter vor dem Jugendamt an, dass er Anfang 1998 bei einem pädophil veranlagten Mann im 14. Bez. in der Wohnung war, bei diesem wurden Pornohefteln geschaut und er hätte den Kindern eigenartige Dinge versprochen. Natascha war angeblich auch einmal mit dabei. (Marcel fehlte am Tag von Nataschas Entführung in der Schule weil seine Mutter am Samstag davor ihren 50. Geburtstag lange und ausgiebig gefeiert hat. Montag verbrachte der Junge fernsehend alleine zu Hause.) In die Wohnung des Pädophilen kam er weil er mit einem älteren Jungen, Manfred H. (15) mitging, der Zögling des August Aichhorn Hauses war und dessen Vater am Alfred Kubin Platz wohnte (nähe Entführungsort/Schule). Manfred H. selbst war im Heim Seutergasse untergebracht.

Am 3.3.1998 wurden im Lehrerzimmer der Volksschule Brioschiweg zwei Schüler befragt: Marcel F., in dessen Jugendamtsakt Natascha erwähnt wird, und der Junge mit dem sie sich bei der Videothek treffen sollte um gemeinsam zum Förderunterricht zu gehen Phillip K Bemerkenswert war, dass Marcel zunächst alleine befragt wurde, seine Mutter kam erst später dazu. Laut Bericht erzählt er folgendes: Am Samstag 14 Tage zuvor waren er, seine Freunde Günther und Manfred H. in der Wohnung eines Mannes im 14. Bezirk. Dieser war nicht zu Hause und sie haben aus einer Schublade Pornoheftln genommen und angesehen. Er war dort zum ersten Mal und ob Natascha diesen Mann kennt weiß er nicht. Der Mann (19 Jahre) war laut Marcel 2 mal die Woche am Kubinplatz. (Laut Aussage eines anderen Befragten übernachteten bei diesem Mann des öfteren junge Burschen - dazu wurde der Mann gar nicht befragt!) Wie es zur Aussage vorm Jugendamt gekommen ist und warum er Natascha genannt hat, wurde nicht festgehalten. Marcel F. hat auch angegeben, dass er Natascha zuletzt am Freitag den 27.2.98 gegen 16h gesehen hat, als er zum Eishockeytraining ging. Natascha kam aus Richtung des Horts und ging in ein Geschäft um etwas zu kaufen.

Marcel F. wurde folgende Glaubwürdigkeitsbestätigung ausgestellt:

Die Mutter zeigte sich sehr kooperativ.

Der Mj. machte einen günstigen Eindruck und wirkten die von ihm gemachten Aussagen glaubwürdig.

Er sprach frei von der Leber weg, schilderte die Befragung im flüssigem Stil ohne überlegen zu müssen.

Während der Befragung wich der Mj. keine Sekunde dem Blick der Gefertigten aus und zeigte sich aufgeschlossen.

Anschließend wurde mit ihm ein pädag. Gespräch über das Verschwinden der Mitschülerin etc. ... geführt.

Er blieb jedoch bei den von ihm gemachten Angaben.


BPD Wien, SB Bericht vom 3.3.1998 mit Bettina H., Marcel F., Phillip K., Tante Josi von BI Helmut Fischer, BI Reitmaier und BI Thomas Franklin