Zusammenfassung der Einvernahmen und Gegenüberstellung der wichtigsten Aussagen

Aus Justizskandal Kampusch
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BPD Wien Wachzimmer 22, Bericht vom 3.3.1998 von BI Fischer, BI Reitmaier

Am 2.3.1998 verlässt Ischtar A kurz nach 7.00 Uhr die elterliche Wohnung. Ihr Schulweg führt sie vom Rennbahnweg in Richtung Wagramerstraße, dabei benützt sie, von ihr aus gesehen, den rechten Gehsteig. In Höhe Mitte der „Hundewiese“ (Ingeborg Bachmann Park), sieht sie auf der gegenüberliegenden Gehsteigseite ein ca. 10 jähriges Mädchen aus Richtung Wagramerstraße kommend. Weiters parkt auf der gegenüberliegenden Seite ein großer weißer Kastenwagen, wie neu, mit schwarzen Scheiben. Das Auto hat auf der Heckseite einen „Buckel“ in Form eines „B“. Kennzeichen kann sie keines erkennen.

Auf der Fahrerseite saß ein Mann, den sie nicht sehen konnte, weil sein Gesicht nach links gedreht war. Sie befand sich zu diesem Zeitpunkt auf gleicher Höhe auf der anderen Straßenseite. Als sich das ihr unbekannte Mädchen in Höhe des Autos, bei der Beifahrertür befand, ging plötzlich die Schiebetür des Autos auf.

Sie beobachtete wie das Mädchen von rückwärts an beiden Oberarmen gepackt und in das Auto gezerrt wurde. Außerdem konnte Ischtar hören, dass das Mädchen 1x ganz laut um Hilfe rief. Sie sah, dass das Mädchen nun im Auto war und die Schiebetür geschlossen wurde. Das Auto wackelte mit dem „Hinterteil". Dann startete das Auto, fuhr mit sehr viel Gas schnell aus der Parklücke Richtung Kreisverkehr Melangasse und bog anschließend in die Melangasse nach links.

Den Beifahrer beschreibt Ischtar A. als ca. 30 Jahre alt war, ca. 175cm groß, schwarzes kurzes Haar, nach rückwärts frisiert mit einzelnen blonden Strähnen, südlicher Typ, bekleidet mit buntem T-Shirt und darüber einem einfärbigen hellen Hemd.

Zum Fahrzeug gibt sie zusätzlich an:

„Das Auto hatte chromfarbene Bügel an beiden Seiten des Daches von vorne nach hinten. Das Auto hatte auch hinten eine große getönte Scheibe und hatte die Form eines schwarzen „Buckel".“

Anschließend wird im SB ein Bericht (BPD Wien SB, Bericht von BI Fischer 3.3.1998) mit aufgenommen und es werden in der Umgebung Fahrzeuge besichtig. Ischtar meint zunächst das Tatfahrzeug würde einem Ford Transit ähneln, schließt das jedoch etwas später wieder aus.

Die Tatzeit wird auf 07.10 korrigiert und festgehalten, dass sich die Tat in ca. 20 Meter Entfernung abgespielt hat.


Ischtar schildert den Vorfall noch am gleichen Tag ihrer Lehrerin, diese glaubt ihr nicht.

BPD Wien SB, am 4.3.1998 Niederschrift mit R. Margit, Hauptschullehrerin, von BI Franklin und KKA Porepp


Als Ischtar spätnachmittags nach Hause kommt erzählt sie alles ihrer Mutter doch auch diese nimmt sie nicht ernst. Am nächsten Tag erfährt Rosa A. von der Entführung eines Kindes und sucht daraufhin mit ihrer Tochter das Wachzimmer am Rennbahnweg auf.


BPD Wien SB, am 5.3.1998 Bericht von KrB Lettner

Ischtar gibt an, dass das Fahrzeug groß, sehr lang und weiß war und links und rechts hinten zwei sehr dunkle Scheiben hatte, die Scheiben links und rechts vorne waren durchsichtig. Sie spricht wieder vom „Buckel“.

Bei ihrer Beobachtung stand sie dabei auf einem Hügel und sah das Auto eher von hinten.

Als man Ischtar ein Foto von Nataschas Jacke zeigte, meinte sie, „dass die rote Jacke genauso wie auf dem Foto aussah, nur keinen schwarzen Kragen sondern einen roten hatte. Auch hatte die Jacke keine schwarzen Einsätze an den Schultern und keine schwarze Brusttasche.“

Nach Vorlage von Prospekten erkannte sie das Fahrzeug Ford Transit Kombi als das verdächtige Fahrzeug wieder. Sie beschrieb dieses Fahrzeug zusätzlich mit einem „Buckel“ hinten und mit getönten Seitenscheiben. Der Beschreibung des Mädchens zufolge könnte es sich aber ebenfalls um einen Mercedes Vito oder V-Klasse handeln, welche serienmäßig mit einer gebogenen Heckscheibe ausgestattet sind.


BPD Wien SB, 5.3.1998 Bericht von BI Franklin

„Bei der Vorlage der Prospekte zeigte A. nach Durchsicht aller Prospekte wieder auf den KKW Ford Transit. Sie betonte nochmals, dass das Kfz weiß gewesen sei, eine Seitenschiebtüre hatte, am Dach „Linien“ (ev. Dachträger) und rundherum dunkle Scheiben gehabt habe, die Windschutz sowie Fahrer und Beifahrerscheibe seien nicht verdunkelt gewesen. Hinten auf der Heckscheibe habe das Kfz einen „Buckel“ gehabt, jedoch nur in Größe der Heckscheibe.“

Bei seinen Nachforschungen wird BI Franklin mitgeteilt, dass Es wurde aber mitgeteilt, dass „die beiden VAN´s von Mercedes Type „Vito“, oder V-Klasse, dem Ford Transit sehr ähnlich sehen würde, diese hätten serienmäßig ein gekrümmtes Heck mit einer solchen Heckscheibe.“ (Pumbierung)


BPD Wien SB, 11.3.1998 Bericht von GrI Lettner, GrI Kapps

Ischtar A. besucht mit Polizeibeamten verschiedene Fahrzeughändler und deutet immer wieder auf den Ford Transit bzw. erkennt ein Sondermodell des Ford Transit.


BPD Wien SB, 17.3.1998 Bericht nicht unterfertigt

Ischtar spricht von einem „Hochdach“ und einer kurzen schwarzen Antenne auf der Fahrerseite und erwähnt wieder die „silberfarbenen Bügel längsseitig des Fahrzeuges, welche sie mit Querregenrinnen bei der Hochdachversion des Ford Transit beim KOAT 22 (fotografiert) bezeichnete.“


BPD Wien SB, 19.3.1998 Bericht von BI Franklin

Keine zusätzlichen Angaben zu Täter und Fahrzeug aber zum Fahrtweg des Fahrzeuges nach der 2. Sichtung:

Als sie das Kfz beim Kreisverkehr Rennbahnweg/Panethgasse nochmals sah, wobei sie sicher ist, dass es sich um das SELBE KFZ handelte, bog es nicht in die Wagramerstraße ein, sondern fuhr die Panethgasse geradeaus bis zu den Schienen (Richtung Großfeldsiedlung). Bei dieser Straße handelt es sich um die Sebaldgasse, welche Richtung der Großfeldsiedlung führt.


BPD Wien SB, 05.04.1998 Bericht von BI Franklin

Ischtar kann keine genauen Details mehr angeben, da sie ihre Erinnerung mit den besichtigten Fahrzeugen vermischt.

Als gesichert gilt jedoch:

Weißes größeres Kfz (Van oder Kastenwagen), vorne eine einzelne Scheibe auf der Fahrertüre (nicht getrennt, ohne Dreiecksscheibe), mit schmalem Hochdach, vorne bei der Verbindung Führerhaus mit Hochdach längsseits verlaufende Rillen am Dach, seitlich zwei schwarze Scheiben, hinten eine durchgehende Scheibe (rechteckig) mit „B-förmigen Buckel“, welchen sie mit einer Abmessung von ca. 25 – 35 cm von der Heckklappe wegstehend beschrieb. Das Kfz sei vorne ganz weiß gewesen und hätte keine Lüftungsschlitze unterhalb der Windschutzscheibe gehabt und sei ganz weiß lackiert gewesen.

Betreffend der Größe des Kfz meinte Ischtar A., dass es in der Größe eines Ford Transit, oder VW-Bus, jedoch höher als diese gewesen sei.


BPD Wien SB, 26.02.2002 Bericht von Abt.I Stöckelhuber, Kapps

Ischtar kann sich nur noch an einen weißes Auto erinnern und dass sie sich hinter einem Busch versteckt hat. Sonst kann sie keine Angaben mehr machen.


Kriminalabteilung Burgenland, 15.11.2002 Aktenvermerk von CI Kummer und CI Marban

Ischtar gibt wieder an kurz nach 07.00 die Wohnung verlassen zu haben. Sie macht im Wesentlichen die gleichen Angeben wie bisher. Das Fahrzeug sah sie ausschließlich von der Seite (Fahrerseite) und war auf Höhe der ersten Hauseinfahrt geparkt. Am Fahrersitz saß unbeweglich ein Mann und blickte nach vorne. Auf der ihr abgewandten Fahrzeugseite öffnete sich eine Schiebetüre, ein Mann sprang heraus und lief von ihr gesehen in Richtung rechts zu einem Mädchens. Er packte dieses und zerrte dieses mit Gewalt in das Fahrzeug. Dabei schrie das Mädchen laut und der Mann blickte während er das Mädchen zerrte zu ihr, sodass sie sein Gesicht von vorne sehen konnte. Der Mann hatte vermutlich dunkle Haare (es könnte auch eine dunkle Kappe gewesen sein) und links und rechts von seinem Gesicht „hing etwas“ herunter. Auf Rückfrage ob dieses links und rechts etwas Herunterhängendes auch Haare hätten sein können, bejahte sie dies. Da sie selbst große Angst hatte verbarg sie sich hinter einer Gebüschreihe bei der Hundewiese. Ischtar hörte noch wie die Schiebetür des Fahrzeuges mit einem lauten Geräusch zuschlug und sah, dass das Fahrzeuges wackelte. Das Mädchen hörte sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr schreien. Sie ist sicher, dass es sich um zwei Männer gehandelt hatte, da der eine die ganze Zeit am Fahrersitz sitzen blieb. Nachdem die Schiebetür geschlossen wurde fuhr das Fahrzeug sofort in Richtung Kreisverkehr und bog dort nach links ab. Sie habe sich nicht getraut nachzublicken, da sie große Angst gehabt hatte, dass die Männer zurückkommen oder sie erkennen würden. Sie bemerkte, als sie ihren Schulwege fortsetzte, dass dieses Fahrzeug bei der ersten Gasse nach der Hundewiese wieder nach rechts auf den Rennbahnweg einbog und in Richtung zweitem Kreisverkehr davonfuhr. Sie habe ausschließlich die Fahrerseite des Fahrzeuges gesehen, nicht die Rückseite. Sie habe auch niemals angegeben, dass das Fahrzeug keine Kennzeichentafeln gehabt habe, da sie wie bereits erwähnt, die Rückseite nicht sah. Aufgefallen ist ihr nur, dass dieser große weiße Wagen eine nach vorne gestreckte Motorhaube, eine kurze Antenne entweder am Dach oder am rechten Kotflügel fahrerseitig, zwei dunkle Seitenscheiben hinter dem Fahrer, durch welche man nicht durchblicken konnte und an der Rückseite einen „Buckel“ gehabt hatte. Betreffend des „Buckels“ gab Ischtar an, dass sie diesen nur von der Seite gesehen habe, dieser hatte die Form eines „B“ und war schwarz. Von Ischtar wurde eine Handzeichnung angefertigt.


Kriminalabteilung Burgenland, 27.8.2006 Niederschrift der Beamten Gradwohl, Rosenich

Die erste Niederschrift die mit Ischtar aufgenommen wurde.

„Ich gebe an, dass ich im Rahmen meiner Beobachtungen des damaligen Fluchtfahrzeuges zwei Personen gesehen habe. Beide Personen saßen vorne. Einer am Fahrersitz, einer beifahrerseitig.“

„Noch einmal gebe ich an, dass ich das Tatfahrzeug von der Seite im Vorbeigehen gesehen habe. Zu diesem Zeitpunkt war es mit zwei Personen besetzt. Ich muss aber anführen, dass das Fahrzeug welches ich im Fernsehen gesehen habe nicht hundertprozentig dem Fahrzeug entspricht welches ich damals gesehen habe. Das Fahrzeug, das im Fernsehen gezeigten wurde hat hinten offene Scheiben, das Fahrzeug das ich damals gesehen habe war hinten verdunkelt. Außerdem hat das Fahrzeug hinten am Heck eine Art „Buckel“ gehabt von der Dachoberkante bis zur Mitte Höhe des Aufbaues. Dieser Buckel ist mir bereits das erste Mal aufgefallen, als das Fahrzeug gestanden ist und auch beim zweiten Kreisverkehr, als es auf mich zugekommen ist. Auch dieser Aufbau fehlt bei dem gezeigten Tatfahrzeug.

Den Täter kann ich anhand der Bilder eindeutig als damaliger Beifahrer identifizieren. Die Person vom Fahrersitz hatte ganz kurze Haare, eine Stoppelglatze. Die Zeit vom ersten Mal als ich den Bus gesehen habe bis zur Entführung, also wo ich die Natascha schreien gehört habe hat etwa 2-5 Minuten gedauert. Bei der Entführung selbst, das heißt zum Zeitpunkt wo Natascha geschrien hat und ich die Türen des Fahrzeuges hörte, habe ich nur eine Person am Fahrersitz wahrgenommen. Bei dieser Person konnte ich nur den seitlichen Kopfbereich wahrnehmen. Ob zu diesem Zeitpunkt jemand im Laderaum bei Natascha war, kann ich nicht sagen. Ich denke, dass ich das Fahrzeug dann kurz darauf nochmals gesehen habe als es bei einem zweiten Kreisverkehr nochmals bei mir vorbei gefahren ist. Dabei habe ich aber Priklopil nicht erkannt, da hatte er Brillen auf, auch hatte er die Haare irgendwie anders. Ich habe das Fahrzeug ein kurzes Stück von vorn gesehen, da es aus der zum Kreisverkehr führenden Straße in meine Richtung gefahren ist. Dieses Fahrzeug hatte auch den „Buckel“ und die verdunkelten Scheiben.“


Kriminalabteilung Burgenland, 31.08.2006 Aktenvermerk von CI Andreas Kummer

Rekonstruktion vor Ort (Rennbahnweg) mit „Tatfahrzeug“

Wolfgang Priklopil saß im Fahrzeug als Beifahrer und hat mit einem weiteren Mann, welchen sie nur seitlich genauer gesehen habe, gesprochen. Dieser zweite Mann hätte ganz kurze bräunliche Haare (Bürstenhaarschnitt – keine Glatze oder Glatzenansatz) gehabt und trug keinen Bart.

Beim nächsten Kreisverkehr musste sie bei der Straßenüberquerung stehen bleiben, da dieses Fahrzeug mit erhöhter Geschwindigkeit von rechts kam und nach links weiterfuhr. Auch dabei habe sie die beiden Männer wieder eindeutig gesehen, wobei Wolfgang Priklopil wieder am Beifahrersitz sich befand und der zweite Mann das Fahrzeug lenkte.

Im Zuge der Rekonstruktion wurde auch die Variante ohne Beifahrer und statt diesem eine Jacke auf dem Sitz ausprobiert. Die Zeugin verblieb aber bei ihrer Aussage, dass zwei Männer sich im Fahrzeug befanden.


BK, 24.9.2009 Aktenvermerk von BI Steinkogler und BI Treitner

Durch ihre Angaben und der Angaben Mutter bei den Einvernahmen am 21.9.2009 konnten glaubhaft folgende Punkte geklärt werden:


1. Sie konnte 2 Männer als Täter wahrnehmen

2. Sie sah das Tatfahrzeug zum ersten Mal am Rennbahnweg, Mitte der Hundewiese, auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite abgestellt.

3. Sie sah Natascha K. und konnte ihre Entführung beobachten.

4. Sie konnte das schnelle Wegfahren des Tatfahrzeuges in Richtung Murrstraße wahrnehmen.

5. Sie konnte das Tatfahrzeug beim Kreisverkehr Rennbahnweg - Panethgasse ein zweites Mal wahrnehmen, wobei ihr wieder 2 Männer als Täter auffielen.

6. Sie teilte ihre Wahrnehmung sofort nach Eintreffen in der Schule ihrer Lehrerin Frau R. mit und als sie nicht ernst genommen wurde nochmals in der Pause um 11:30.

7. Sie erkannte Natascha K. auf den Suchplakaten am 3.3.1998 am Nachhauseweg von der Schule, als jenes Mädchen, deren Entführung sie gesehen hatte.

8. Sie erkannte Priklopil Wolfgang am 23.8.2006 als sein Lichtbild in der Zeit im Bild 2 gezeigt wurde, als einer der Täter der Entführung von Natascha K. wieder.

9. Sie erkannte das damalige Fahrzeug von Priklopil Wolfgang Kkw, Mercedes 100 DL, weiß lackiert bei der Tatrekonstruktion am 31.8.2006 (damals ohne abgedunkelte Scheiben) wieder und machte auf die damals fehlenden schwarzen Scheiben und auf den fehlenden „Buckel“ aufmerksam und erkannte am 21.9.2009 das Tatfahrzeug auf Lichtbildern aus 1998 (mit abgedunkelten Scheiben und ohne „Buckel“) wieder und wies wieder auf den fehlenden „B-Förmigen“ Buckel hin.


BK, 04.12.2009 Aktenvermerk von Oberst Kröll - Gegenüberstellung

Zusammenfassung bisher unbekannter oder anderslautender Abläufe:

Zunächst schildert Natascha Kampusch den Entführungsablauf ausführlich und betont, dass außer Priklopil kein zweiter Mann an der Entführung beteiligt war.

Nach der Schilderung von Natascha K. erzählte Ischtar A. ihre Wahrnehmungen über den Tathergang.

Aus einer Entfernung von ca. 20 Meter, auf der gegenüberliegenden Straßenseite, habe sie einen weißen Kastenwagen und im Fahrzeug auf dem Fahrersitz, einen Mann wahrgenommen. Auf dem Beifahrersitz wäre damals niemand gesessen.

Anschließend beschreibt sie den Zugriff. Das Fahrzeug wäre ein paar Minuten gestanden und dann losgefahren.

Über Befragen brachte Ischtar A. vor, dass sie von ihrem Versteck bei einem Gebüsch der Hundewiese aus, keinen Sichtkontakt zur Fahrerkabine hatte und demnach auch nicht sehen konnte, ob sich dort zwei Personen beim Losfahren befanden.

Am Kreisverkehr Panethgasse begegnet Ischtar das Fahrzeug wieder und sie hat Angst selbst entführt zu werden. Deshalb wäre sie so schnell vor dem angehaltenen Fahrzeug über die Panethgasse gelaufen.


Über Befragen des Oberst Kröll, ob sie an diesem Standort erstmals zwei Männer im Fahrzeug sitzen gesehen habe, brachte Ischtar A. vor, dass das richtig ist.


Natascha wendet erstmals ein, dass sie dachte, der Fahrer wäre einer der Angestellten ihres Vaters und dass um diese Zeit viele weiße Busse in der Gegend fahren.


Von Oberst Kröll wird Ischtar ein Alternativszenario angeboten:

Aus einer Entfernung von ca. 20 Metern nimmt sie rein zufällig den weißen Kastenwagen und einen am Fahrersitz sitzenden Mann wahr, ohne beim Weitergehen weiter auf dieses Fahrzeug oder den am Fahrersitz sitzenden Mann zu achten. Nach ihrer zufälligen Wahrnehmung geht sie demnach ungefähr 20 Meter bis sie auf gleicher Höhe mit der Stirnseite des Fahrzeuges ist, geht am Fahrzeug vorbei und macht erst als sie sich im Heckbereiches des Fahrzeuges befand, von der gegenüberliegenden Straßenseite aus, ihre Wahrnehmung zum Tathergang. Demnach war es möglich, dass Wolfgang Priklopil vom Beifahrersitz aus, die Annäherung von Natascha K. über den Außenspiegel an der Beifahrerseite beobachtete, sich vom Fahrzeugsitz weg über die leere Ladefläche zur Schiebetüre begab, diese öffnete, aus dem Fahrzeug ausstieg und bereits außerhalb des Fahrzeuges, die sich dem Fahrzeug annähernde Natascha K. erwartete, erfasste und in das Fahrzeug bzw. auf die leere Ladefläche verbrachte, danach die Schiebetüre zumachte (was offenbar von Ischtar A. auch gehört wurde) und sich über die leere Ladefläche auf den Fahrersitz begab und losfuhr.


Ischtar A. brachte dazu vor, dass es durchaus so gewesen sein kann, wie es ihr zuvor von Oberst Kröll geschildert wurde und sie die Angaben der Natascha K. keinesfalls bezweifeln würde.


Ischtar A. schloss in der Folge nicht mehr aus, dass es sich bei dem an der Kreuzung Rennbahnweg-Panethgasse wahrgenommenen weißen Kastenwagen, auch um ein anderes als das Tatfahrzeug gehandelt haben könnte.


Alle fett markierten Aussagen wurden von Ischtar A. in ihrer Innsbrucker Zeugenaussage bestritten. – Sie habe das niemals so gesagt:

Sie habe 2 Täter gleichzeitig gesehen und zwar schon am Entführungsort und später wieder. Auch den Buckel habe sie wahrgenommen.